Wenn jemand das Wort ‘Gastfreundschaft’ erfunden hat, dann war es eine Sudanesin!
Viele Deutsche (Achtung: Vorurteil) sind oft anfangs immer skeptisch und erwarten hinter jeder netten Geste eine Falle bzw. eine Erwartung. Ich beobachte dieses Verhalten auch bei mir leider zu oft. Hier im Sudan ist nach meiner bisherigen Erfahrung diese Skepsis völlig fehl am Platz! Jedes, und wirklich jedes ‘Welcome!’ ist hier ernst gemeint. Wenn auf ein ‘Welcome’ ein Lächeln folgt, oder ein ‘Danke’, ist das genug. Sie wollen dir nichts verkaufen, dich nicht heiraten, dich zu nichts überreden, sie wollen dich tatsächlich einfach nur Willkommen heißen und die meinen es definitiv ernst!
Und die Gastfreundschaft geht darüber hinaus. Sudanesen werden dich niemals bezahlen lassen, Sudanesen werden dich niemals durstig und hungrig gehen lassen, Sudanesen werden immer dafür sorgen, dass du sicher nach Hause kommst, Sudanesen wollen immer sicher gehen, dass du einen positiven Eindruck vom Sudan hast, sie sind unendlich stolz, wenn sie Gäste aus anderen Ländern ihre Eigenen nennen dürfen und sie werden jede Chance nutzen, ihre englischen Sprachkenntnisse zu benutzen. So kann es auch vorkommen, dass jemand nur ein oder zwei Worte auf Englisch kann und diese zwei Worte einfach immer wieder zu dir sagt, bis du an ihm vorbeigelaufen bist.
Warum schreibe ich das genau heute? Weil heute wieder ein Tag war, der diese Gastfreundschaft erneut bestätigt hat. Bei einem Spaziergang durch die Stadt entdeckten wir einen kleinen Park. Nachdem wir den Besitzer nach Tee gefragt hatten, wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher eingeladen uns zu Ihnen zu setzen. Diese Einladung entwickelte sich zu 5h gemeinsam sitzen, austauschen, essen, trinken und lachen. Sie teilten ihre ganzen mitgebrachten Speisen und Getränke mit uns, hießen uns in 5 verschiedenen Reden willkommen in ihrer Runde und waren super interessiert an unserer Meinung zu den verschiedensten Themen. Zum Schluss besorgten sie uns ein Tuktuk und bezahlten es, bevor wir etwas sagen konnten. Solche Begegnungen erfährt man hier fast täglich, deshalb hat sich die Gastfreundschaft der Sudanesen auch einen eigenen Blogbeitrag meinerseits verdient!
