Die berühmte Danakil Wüste

Juni 2018

Eindrücke und Landschaften, die ich so wahrscheinlich nie wieder zu Gesicht bekommen werde.

Salz. Salz – überall! Salz, Salz, Salz, Salz. Wir sind mitten in einer Salzwüste und das Salzmeer klitztert in der Ferne wie eine Fatamorgana (ich musste das Wort erstmal der Rechtschreibung wegen googeln…). Eine kristallig, glitzernde Landschaft so weit das Auge reicht. Das Salz wird in schwerer Handarbeit zu tragbaren Blöcken aus dem Boden gehakt und verarbeitet, anschließend auf Kamele geladen, die es zur weiteren Verarbeitung transportieren. Wir hatten das Glück auch eine solche Kamel-Karavane mit Salzblöcken zu sehen. Sie bewegten sich erhaben und galant, gereiht in einer Linie an uns vorbei. Uns, wie aufgeregten Touristen, die dachten, sie träumten und fotografierten, als gäbe es kein Morgen mehr.

Die Nacht schliefen wir im sogenannten “Million Star Hotel” auf lokalen Betten unter dem Sternenhimmel – Wow! Am zweiten Tag ging es dann zum eigentlichen Ziel. Esther hatte uns zuvor viele Fotos gezeigt und geschwärmt von diesem faszinierenden Ort – und nun standen wir hier: leuchtende, unecht wirkende Farben, kleine Vulkanaktivitäten, starker Schwefelgeruch, Rauch hier und da, es hat sich irgendwie wie auf dem Mars angefühlt (ich war nämlich schon mal da ;-)) Ein Ort, den man sehen und der sich kaum beschreiben lässt. ‘Nun standen wir hier’, war eigentlich gar nicht richtig, denn eine kleine Wanderung in diese Marslandschaft über schwarzes, vermutlich gehärtetes Lava-Gestein war von Nöten. Hinter diesem schmalen schwarzen Streifen erstreckte sich die Salswüste ins Unermessliche. Der blaue Himmel, die weiße strahlende Wüste, der starke Schwefelgeruch und ein bunter, blubbernder Boden hinter mir. “Verrückt, was die Natur erschafft”, dachte ich mir.

Später fahren wir noch zu einem kleinen Teich, ebenfalls mit brodelndem Wasser und Schwefergeruch. Hier wird Antoine zum glücklichsten Menschen der Welt – wer zu Ekelblasen neigt, jetzt bitte kurz für zwei Sätze aussteigen mit lesen – an den Rändern des Teiches und in kleinen Höhlen lagen Unmengen an toten Vögeln, die womöglich von dem Wasser getrunken haben und dann starben. Antoine zog los, sammelte ein paar Vögel ein und freute sich einen Keks. Verrückt! Oder auch gruselig. Wir fühlen uns dennoch sicher mit diesem verrückten Kauz und treten mit die Rückfahrt nach Mekele an, um am nächsten Tag den Bus nach Addis Abeba zu nehmen. (p.s. wir leben offensichtlich noch und sind keine ausgestopfte Dekoration neben Antoines toter Vogelsammlung geworden :-))

16 Stunden Busfahrstunden und ein toter Esel (ja, leider haben wir ihn angefahren und Marwin kann hierzu eine stundenlange Geschichte erzählen, die wir verschlafen haben :-)) später kommen wir in Addis an. Addis überrascht mich positiv. Von meinen Erfahrungen aus Accra (Hauptstadt von Ghana) hatte ich eine anstrengende, volle, dreckige Stadt erwartet. Was sehe ich als erstes? Eine S-Bahn! Ich bin beeindruckt. Und der Verkehr auf den Straßen läuft auch recht geordnet. Addis – i like. Unsere Zeit neigt sich dem Ende, Marw und Esthi fliegen schon einen Tag später, ich will den Bus zurück in den Sudan nehmen. Da ich noch ein Visum für Ghana brauche und es keine Botschaft in Khartoum gibt, verbringen wir erstmal ein paar Stündchen am Morgen in der Botschaft. Es ist wie überall – zuerst sagen sie, es geht nicht, zwei Stunden später geht man mit dem Visum in der Hand und der Visitenkarte des Botschafters, der verspricht sich in Berin zu treffen, aus der Tür. Yihaa! Ghana, Check! Danach zieht es uns zu Mercato, Afrikas größten Markt, der sich in Addis Abeba befindet. Dort finden wir in einem Restaurant das beste äthiopische Essen unserer Reise, gehen raus, wollen loslegen und … es fängt in Ströhmen an zu regnen. Nach einiger Zeit können wir wieder die Straßen und finden nach einiger Zeit endlich den Markt. Ich liebe Märkte! Die Gemüsehändler mit ihren roten Tomaten, grüne Gurken und orangenen Karotten, verschmelzen mit dem satten braun der schlammigen Straßen. Esel werden durch die Straßen geschäucht und nehmen mit ihren auf dem Rücken beladenen Säcken alles und jeden mit, der im Weg steht. In der Luft sammeln sich Gerüche von Gewürzen, Abgasen, Parfüm und Eselsexkrementen (ich hoffe von Eseln ;)) und verbinden sich zu diesem typischen afrikanischen Marktgeruch. Es ist ein reges Treiben, jeder hastet in eine andere Richtung und wir mittendrin. Es ist wunderbar! Am Abend stopfen wir uns noch die Mägen voll mit koreanischem Essen (das teuerste Essen unserer ganzen Reise) und lassen die vergangenen 4 Wochen Revue passieren, bevor es dann am nächsten Tag schon zur Trennung unserer wundervollen Reisegruppe kommt.

Der letzte Tag. Saying goodbye to Esthi first 😦 Es fällt schwer nach so langer, gemeinsamer Zeit schon wieder Tschüss zu sagen. Knutschend, umarmend und winkend entlassen wir Esther zum Gate. Dann ziehen Marw und ich los, um mein Busticket zu besorgen, werden aber schneller als gedacht schon wieder zurück am Flughafen sein. Ich habe mich informiert, es fahren mehrere Buslinien, mehrmals die Woche zwischen Addis und Sudan, man kann Tickets in einem bestimmten Gebäude kaufen. Da fahren wir hin. Ich laufe circa 10 Bus-Unternehmen ab, ohne Erfolg. Es heißt, es fährt nur eine Linie, 1 bis 2 Mal die Woche, der nächste Bus fährt in 5 Tagen. Juhu! Ist ja super aufgegangen dein Plan, Theresia. Nun wäge ich ab zwischen 5 Tage alleine in Addis bleiben oder in den sauren Apfel beißen, ein Flugticket kaufen und mehr Zeit im Sudan verbringen. Ich entscheide mich für den Sudan. Also geht es wieder zurück zum Flughafen, meine Abflugzeit ist nur wenig später wie Marwin’s. Das ist schön. So trinken wir noch ein Bier zusammen, tauschen Musik aus, durchlaufen den Security Check, erleben einen Stromausfall (Check!) und bewegen uns glücklich (wegen des Stromausfalls:)) zu den Gates. Marwins Boarding-Zeichen blinkt schon, also verabschieden wir uns und er beeilt sich. Mir ist es ein großes RÄTSEL, wie es passieren kann, dass ich eine Stunde später, als ich zum Boarding in der Schlange stehe, eine Nachricht bekomme, dass Marw seinen Flug verpasst hat, da er am Gate eingeschlafen ist. Marw, das Zeichen hat schon geblinkt und da waren ungefährt hundert-tausend laute Menschen rundherum. How?

Das war Äthiopien. Landschaftlich unbeschreiblich, für jeden etwas dabei, etwas zu kalt für meine Verhältnisse, Addis überraschte mich positiv, aber die Menschen stehen leider weit im Schatten hinter den Sudanesen. Bye bye, bis zum nächsten Mal.

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