Sudan – Erste eindrücke

November 2017

Eine Woche Sudan liegt hinter mir – es fühlt sich schon wie 1 Monat an. Was habe ich eigentlich erlebt, gesehen, gehört und gegessen?  

Erlebt. Erlebt habe ich eine unaufdringliche, freundliche Hauptstadt mit einem Mix aus arabischen und afrikanischen Einflüssen. Der Tag ist geprägt vom Arbeitsalltag natürlich, das heißt konkret: lesen, lesen, lesen, in die Themen einarbeiten, Fragen stellen, Abläufe verstehen, Namen merken, Termine machen, Kaffeepausen, Mittagspausen und Feierabend. Quasi wie überall 😀 Das Spannende passiert natürlich meist danach und vor allem im Alltäglichen. Einfache Dinge wie Lebensmittel kaufen, von A nach B gelangen, die Rechnung im Restaurant bestellen oder zum Fitness gehen, werden plötzlich zu herausfordernden, interessanten und erlebnisreichen Aktivitäten! Es macht Spaß das alles aufzusaugen, aber raubt natürlich auch Energie. Man mag es kaum glauben, aber ich falle hier abends gegen 23Uhr geschafft  ins Bett und schlafe unglaubliche 6 Stunden am Stück!!! (Wer schon mal mit mir gewohnt hat, weiß, dass das einem Weltrekord gleicht:))

Gesehen. Wenn ich Khartoum mit Farben beschreiben müsste, dann wie folgt: beige mit vielen, kleinen, bunten und weißen Farbtupfen. Beige ist der Staub, der sich wie ein Film auf die Autos, Straßen, Häuser und in meine Lunge legt. Bunt sind die Farben der Tücher und traditionellen Gewänder der Frauen. Und weiß sind 95% der Autos, überwiegend der Marke Hyundai; und die Gewänder, die die Männer tragen. Leider ist Bildmaterial hierfür schwer zu beschaffen, da es sehr respektlos ist, vor allem religiös bedingt, Fotos in der Öffentlichkeit zu schießen.

Gehört. Ein Singsang, der mir ein warmes Lächeln ins Gesicht zaubert: das Gebet der Muezine, das durch die Lautsprecher der Moscheen hallt. Mehrmals am Tag erfüllt dieser Singsang alle Ecken der Stadt. Nein, ich bin nicht zum Islam konvertiert, um diversen Verwunderern zuvor zu kommen. Aus meiner Zeit in Ghana kenne ich diese Klänge und verbinde sehr viele schöne Momente damit.

Gegessen. Zu aller erst: Das Essen ist fantastisch! Und das TROTZ dass ich nahezu jeden Tag Fleisch esse! Ich war noch nie Vegetarier, dennoch war Fleisch nie ein großer Bestandteil in meiner persönlichen Küche und den Tieren zu Liebe verzichte ich auf billiges Aldi-Fleisch. Hier im Sudan ist Fleisch in der Regel Hauptbestandteil, aber meist sehr frisch und natürlich halal zubereitet. Die sudanesische Küche ist außerdem reich an Bohnen, Erdnüssen und Gemüse. Wenig fettig und scharf. Also so ziemlich mein Ding! Man isst mit der Hand und ich wurde bereits von sudanesische Kollegen gelobt für mein Talent dabei (Ghana war dabei ein guter Lehrer;)). Libanesisch, yemenitisch und Türkisch waren ebenfalls schon auf dem Programm und haben mit Bravour bestanden. Auf der Getränkekarte sind bisher Grapefruitsaft sowie Lemon-Mint-Saft positiv aufgefallen, Weißwein sowie alle anderen alkoholischen Getränke glänzen gänzlich mit ihrer Abwesenheit, was zutiefst bedauerlich ist.

Alles in allem verdient Khartoum eine Punktebewertung in Höhe von 8.5 von 10 nach aktuellem Stand 🙂 Nächste Woche steht der Umzug in den Osten Sudans an und ich bin schon freudig gespannt darauf! In diesem Sinne: سلم عليكم (=Salam Alaikum) und gute Nacht!

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