November 2017
Eine sudanesische Hochzeit besteht vor allem aus lauter Musik, vielen bunten Kleidern, Schnipsen und Klatschen, Tanz und Tradition. Ohne Alkohol versteht sich 😉
So tanze ich nun inmitten einer Horde fremder Frauen, die glitzernde bunte lange Kleider und Tücher um ihre Körper gewickelt haben und mich tanzend und schnipsend anstrahlen. Die Musik gefällt mir – eher orientalisch als afrikanisch. Nach kurzer Zeit habe ich mich dem Rhythmus angepasst und wir tanzen eine Stunde lang. Etwa 50 Menschen tanzen, die Frauen links, die Männer rechts, Kinder überall, das Brautpaar mittendrin. Rundherum sitzen mindestens 100 weitere Personen, es ist ein Kommen und Gehen. Alles wird dokumentiert durch 3 Kameramänner und auf zwei Bildschirmen life übertragen. Es fällt auf, dass die ungewöhnlichen Gäste (sprich Ausländer) recht oft auf den Bildschirmen auftauchen. Das Brautpaar wird sich freuen 😀
Die Braut ist die Cousine einer Kollegin, so sind wir hier gelandet. Am Mittag waren wir bereits bei einem Lunch im Haus der Bräutigamfamilie, nach der Tanzeinheit geht es zu einem ganz besonderen Ritual. Wir fahren zum Haus der Braut, nur Frauen sind hier erlaubt und der Ehemann. Warum? Weil die Braut für hiesige Verhältnisse nur leicht bekleidet sein wird, zunächst mit einem roten ‘Toub’ – ein traditionelles Gewand, später mit einem goldenen, knielangen, schulterfreien Kleid. Es gibt Gebäck, Gesang, Getrommel und den Tanz der Braut. Zum Ende noch ein paar Hochzeitsbräuche für das Brautpaar. Zum Beispiel trinken beide (wahrscheinlich irgendeine heilige;)) Milch und werden mit Parfüm (sicherlich auch heilig) eingedieselt.
Anschließend fallen wir beseelt und voller neuer Eindrücke ins Bett.





